In Stuttgart fand letzte Woche die Verleihung des Animago statt, einem Design-Wettbewerb, der jährlich die besten Arbeiten in den Kategorien Animation, Interaktives Design, Still und Compositing verleiht. Zum zehnjährigen Bestehen wurde ein Publikumspreis ins Leben gerufen, bei dem die Animation „Trusted Computing“ als beste prämiert gewählt wurde: Der Studentenfilm von Benjamin Stephan und Lutz Vogel vereinfacht verständlich das Konzept von Trusted Computing auf eine einprägsame visuelle Weise und illustriert das beispielhaft mit Motion Graphics, einem Mix aus animierter Collage und Grafik Design.
Die Animation erklärt nämlich das Prinzip der nur scheinbaren Wahlfreiheit, wie es sich große Unternehmen wie Microsoft, Intel, IBM, HP oder AMD vorstellen, die sich zur Allianz der Trusted Computing Group (TCG) zusammen geschlossen haben. Die englische Wikipedia merkt zu diesem Begriff kritisch an, dass die Industrie mit „Vertrauen“ nicht zwingend auch „vertrauenswürdig“ aus der Anwender-Sicht meint. Der strittige Begriff des Trusted Computing bedeute einerseits, so die Wikipedia, dass dadurch die Nutzung des Rechners reibungsloser ablaufen würde und besser vor Viren geschützt wäre. Dagegen spricht, dass mit dieser Technologie die Entscheidungsmacht darüber, was für diverse Anwendungen auf einem Computer gestartet werden dürfen, allein bei den Entwicklern, Herstellern und Rechteinhabern liege und nicht beim Kunden. Auch ist dabei wohl keine Anonymität gewährleistet. Die Electronic Frontier Foundation beschreibt ihre Argumente gegen Trusted Computing, unter anderem wie folgt: „Zum einen sind bereits existierende Software-Designs grundlegend fehlerhaft, weil sie die Öffentlichkeit den neuen Risiken eines anti-konkurrenzfähigen und konsumentenunfreundlichen Verhaltens aussetzen. Zweitens könnte es vorkommen, dass diese Designs von Herstellern der besonders „vertrauenswürdigen“ [trusted] Computern und Komponenten im Geheimen nicht korrekt implementiert werden.“
Die Animation von Benjamin Stephan und Lutz Vogel verdeutlicht deshalb, wie Trusted Computing dem Endandwender keine Wahl mehr lässt, welche Programme er auf seinem Computer installieren und benutzen darf oder nicht. Den Clip kann man in verschiedenen Datei-Größen als Quicktime-Format bei Archive.org herunterladen. Alternativ ist der Film auch bei Lafkon in verschiedenen Kompressionsformaten wie Avi oder Xvid und mit Untertiteln in mehreren Sprachen zum Download erhältlich.