Ausgeschrieben bedeutet UNESCO die United Nations Educational, Scientific and Cultural Organisation ausgeschrieben. Als Verfechter von Freiem Zugang zu Wissen bietet sie unter anderem bietet ein eigenes Portal mit zahlreichen Informationen zum Thema Open Source und Technologien mit Freier Software an: Frei erhältliche Manuskripte für Entwickler, Artikel zu Freien Programmen und Berichte zu den internationalen Aktivitäten der Organisation bezüglich Open Source vervollständigen das Programm – denn hier wird nicht nur für Freie und Open-Source-Software geworben, die UNESCO setzt sie auch selber ein.
Jetzt meldet sich die UNESCO mit einer Studie zu Wort, die einen geplanten Vertrag der WIPO, der Weltorganisation für geistiges Eigentum, scharf kritisiert. Unter dem Titel „The draft WIPO broadcasting treaty and its impact on freedom of expression“ konzentriert sich unter anderem auf die möglichen negativen Auswirkungen der WIPO-Gesetzesvorlage auf die Meinungsfreiheit. Seit fast zehn Jahren wird diese Vorlage nun bei der WIPO weiter entwickelt, in der unter anderem ein rechtlicher Schutz für Radioanstalten diesen exklusive Rechte auf ihre Produktionen gewähren soll. Auch DRM, das Digital Rights Management, wird dort verhandelt – und zwar als restriktive Maßnahme zur Gewährleistung der Eigentümerrechte. Die Studie der UNESCO befasst sich nun mit den Auswirkungen, sollte denn die WIPO mit ihrer Vorlage Erfolg haben: Sender hätten damit mehr Rechte; auch würde die rechtliche Sicherung von technischen Vorrichtungen Teile des Urheberrechts unterwandern. Darüber hinaus sei der vorgeschlagene Schutz einer Sendung von immerhin 50 Jahren weit übertrieben. Insgesamt würde der WIPO-Gesetzesentwurf den Zugang der Wissensgesellschaften zu Freien Informationen empfindlich behindern, resümiert die Studie.