Freie Software bietet viele Potentiale für Wachstum, Wettbewerb und Innovation in Europa. Zu diesem Ergebnis kommt eine im Auftrag der EU-Kommission von der Uni Masstricht erstellte Studie mit dem Titel “Economic impact of open source software on innovation and the competitiveness of the Information and Communication Technologies (ICT) sector in the EU” (http://ec.europa.eu/enterprise/ict/policy/doc/2006-11-20-flossimpact.pdf). Auf den 287 Seiten finden sich viele ökonomische Daten zur aktuellen Lage der Linux-Wirtschaft in Europa und die Studie formuliert konkrete Handlungsempfehlungen zur Förderung von Freier Software.
Ein zentraler Vorschlag der Studienmacher ist, Benachteiligungen von Freier und Open Source Software in Innovation, Forschung und Entwicklung, sowie bei der finanziellen Unterstützung von Forschung und Entwicklung durch die öffentliche Hand, als auch bei der Versorgung der Öffentlichkeit mit Software, welche zurzeit öfters gegen den Wettbewerb gerichtet ist, zu vermeiden und einen gleichberechtigten Wettbewerb zu ermöglichen. Neu ist die Idee, dass FLOSS-Schöpfer eine angemessene steuerliche Behandlung erhalten sollten : die Softwarebeiträge durch FLOSS könnten als wohlfartsartige Spenden behandelt werden. Wo dieses bereits gangbar ist, sollte Aufmerksamkeit unter Firmen, Beteiligten und Verantwortlichen vergrössert werden. Die Studie kommt auch zu der Schlussfolgerung, dass die Vermittlung von Fähigkeiten an die Studenten und nicht durch die Vermittlung von speziellen Anwendungen eine Herstellerunabhängigkeit im Bildungsbereich fördern kann; Studenten könnten auch aktiv zur Teilnahme an FLOSS-ähnlichen Gemeinschaften befähigt werden. Eine Entbündelung von Hardware und Software könne zu einem wettbewerbsorientierten Markt und einfachen Wegen der Innovation führen, welche durch vertikale Integration nicht gefördert wird.
Zwei Wochen nach Erscheinen der Studie meldete sich allerdings die EU-Kommission zu Wort und ruderte zurück. Gegenüber ZDNET UK erklärte ein Sprecher (http://news.zdnet.co.uk/software/0,1000000121,39285685,00.htm?r=1 ) dass man “technologieneutral” sei und daher nicht explizit Open Source fördern wolle.