Michael Tiemannn, Vorsitzender der Open Source Initiative (OSI), hat mit seinem Plädoyer für OSI-zertifizierte Lizenzen erneut einen Diskurs um den Begriff “Open Source” angestossen.
Die Frage, was Open Source ist und was nicht, sei in der Vergangenheit einfach zu beantworten gewesen, schreibt Michael Tiemann in dem aktuellen Blogeintrag “Will The Real Open Source CRM Please Stand Up?”. Es habe gereicht, Firmen, die ihre Produkte als Open Source anpriesen, auf die Open-Source-Definition hinzuweisen und diese hätten ihre Lizenz oder ihre Werbung geändert. Seit 2006 gebe es jedoch eine Reihe von Firmen, die für sich in Anspruch nähmen, dieselben Rechte, wie die OSI zu haben, den Begriff Open-Source zu definieren.
In erster Linie geht es dabei um CRM-Anbieter wie SugarCRM und SplendidCRM. Tatsächlich setzt etwa SugarCRM auf eine eigene Lizenz, die zwar an die Mozilla Public License angelehnt ist, aber auch festlegt, dass auf SugarCRM basierende Software das Sugar-Logo anzeigen muss. Der Anbieter selbst bewirbt die Software als “Commercial Open Source”.
Firmen wie SugarCRM könnten sich, sagt Tiemann, gerne einen anderen Namen für ihr Lizenzmodell ausdenken, so wie Microsoft es mit Shared Source gemacht hat. Der Begriff “Open Source”, schlägt Tiemann vor, sollte jedoch nur im Zusammenhang mit Lizenzen gebraucht wird, die durch die Open Source Initiative (OSI) zertifiziert sind. Andernfalls würden Kunden das Vertrauen in den Begriff Open Source verlieren. Open Source sei gewachsen, nun sei es an der Zeit, dafür einzutreten, schließt Tiemannn seine Forderung.
Quellen:
Was ist Open Source? – Michael Tiemannn plädiert für OSI-zertifizierte Lizenzen
Will The Real Open Source CRM Please Stand Up? – Michael Tiemann