Italienisches Parlament stellt seine Computer auf Linux um.

Linux kann in Italien einen Erfolg verbuchen: Das italienische Parlament hat beschlossen alle seine Desktop- und Server-Rechner von Windows auf SUSE Linux umzustellen. Italien ist damit nach Frankreich das zweites europäisches Parlament, dass sich für eine Open Source Lösung entscheidet.

Insgesamt seien rund 3.500 Rechner betroffen, so der kommunistische Abgeordnete Pietro Folena, von dem die Initiative zur Linux-Migration ausgegangen ist. Die 630 Laptops der Abgeordneten werden hingegen nur auf ausdrücklichen Wunsch umgestellt, da diese sich im Privatbesitz der einzelnen PolitikerInnen befänden.

Die Entscheidung wird in erster Linie mit den erheblichen Kosteneinsparungen begründet. Alleine für MS Office zahle man derzeit pro Rechner rund 900 Euro. Zusätzlich sei aber auch die Unabhängigkeit von einem einzelnen Anbieter ein entscheidender Punkt. Im Fall des Falles kann man bei Linux recht flott auf eine andere Distribution wechseln und auch die Entwicklung ist nicht in einer einzigen Hand.

Italien folgt damit dem französischen Vorbild. Die dortige Nationalversammlung hatte schon im vergangenen Jahr beschlossen ihre 1145 Desktop-Rechner auf das Open Source-Betriebssystem zu migrieren.

Auch in Japan zeichnet sich eine Kehrtwende ab. Nachdem bislang bei Ausschreibungen jene Software bevorzugt wurde, die sich an marktdominierenden Produkten wie etwa Microsoft Office orientiert, hatte das Wirtschaftsministerium kürzlich beschlossen, dass in den Verwaltungen künftig Software bevorzugt werden muss, die sich an offene Standards wie das Dokumentenformat ODF (Open Document Format) hält.

In Deutschland stellt dagegen die jüngste Entscheidung des Ältestenrat des Deutschen Bundestages, die Groupware-Anwendung Microsoft Exchange einzuführen, einen herben Rückschlag dar. Nachdem die Migrierung der Bundestags-Server zu Linux im September 2005 abgeschlossen wurde, ist mit dieser Entscheidung nicht zuletzt ein erheblicher Mehraufwand verbunden, denn die proprietäre Software aus dem Hause Microsoft läuft nicht in Linux-Umgebungen. Der deutsche Linux-Verband prüft derzeit rechtliche Schritte gegen die umstrittene Entscheidung.

Quelle: www.heise.de

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