In Deutschland gab es zum 5. Geburtstag der Creative Commons Initiative gleich mehrfachen Grund zum feiern. Zum einen gibt es nun einen “Public Project Leader” (wir berichteten) und zum anderen gibt es Neuigkeiten was die Lizenzen betrifft. Auf der Geburtstagsparty in Berlin wurde verkündet, dass der Rohentwurf für die deutsche Creative Commons Lizenz 3.0 fertig ist. Dieser ist auf der deutschen Creative Commons-Seite bis Mitte Januar zum Peer-Review öffentlich einsehbar. Interessierte sind eingeladen, sich am Peer-Review Prozess zu beteiligen. John Weitzmann dankte allen Mitwirkenden für den unermüdlichen Einsatz, allen voran dem Affiliate Team an der Universität des Saarlandes und Herrn Prof. Herberger, der die Arbeit an der Lizenz begleitet und mit seinem Institut für Rechtsinformatik unterstützt.
Neuerungen in Version 3.0 sind vor allem ausdrückliche Regelungen zu Vergütungsansprüchen aufgrund gesetzlicher Lizenzen (Leermedienabgabe), der Verzicht auf reine Datenbankenschutzrechte, die Möglichkeit einer Zuschreibung an Dritte, WIPO-gerechte Begrifflichkeiten, die Einräumung von Nutzungsrechten für noch unbekannte Nutzungsarten und ein Wechsel vom Begriff des Werkes zu dem des Inhalts. Die Lizenz wird im Ganzen bereits auf die am 1. Januar 2008 in Kraft tretenden Änderungen des Urheberrechtsgesetzes (sog. 2. Korb) ausgerichtet sein.
Außerdem wurden in den USA neue Modelle der Creative Commons Lizenzen entworfen. So gibt es nun zwei neue Lizenzen: “CC Plus” und “CC Zero“. CC+ soll eine einfache Lösung bieten, seine Werke für die kommerzielle Nutzung zu verkaufen, und das trotz der gewohnten Veröffentlichung zu nicht-kommerziellen Zwecken. Über ein paar Klicks können einem interessierten kommerziellen Nutzer weitere Rechte eingeräumt werden, und der Urheber muss sich mit Hilfe dieser Lizenz nicht mehr entscheiden, ob er sein Werk grundsätzlich zur kommerziellen Nutzung freigeben will, sondern kann bei jedem Fall neu entscheiden.
Die CC0 Lizenz entspricht der bereits vorhandenen Public Domain Linzenz, soll nun aber auch internationale Gegebenheiten berücksichtigen. Bei dieser Lizenz verzichten Urheber auf sämtliche Rechte. Ab Mitte Januar soll eine Testversion dieser Lizenz veröffentlicht werden, die dann vorraussichtlich heiß diskutiert werden wird, denn die Gegebenheiten aller Nationen zu berücksichtigen wird sicher schwierig werden. In Deutschland z.B. ist es ohnehin nicht ohne weiteres möglich, als Urheber vollständig auf seine Rechte zu verzichten.
Quellen:
http://creativecommons.org/press-releases/entry/7919
http://de.creativecommons.org/Portierung_BY-NC-SA_3.0_de_Entwurf_071216.pdf