Die European Union Public License (EUPL) ist eine von der Europäischen Union herausgegebene Lizenz mit Copyleft für die Lizenzierung freier Software. Sie ist ausdrücklich zur GNU General Public License Version 2 (GPLv2) kompatibel. An der Kompatibilität zur GPLv3 wird kontinuierlich weitergearbeitet. Schon vor einem Jahr wurde die EUPL in englisch, französisch und deutsch veröffentlicht, diese waren jeweils auf die regionalen Gesetzesgebungen abgestimmt.
Nun gibt es offizielle Übersetzungen in 22 europäische Sprachen. Damit ist die EUPL die erste Open Source-Lizenz mit in einer derart großen Zahl gleichberechtigter Sprachfassungen. Für die meisten anderen Open Source-Lizenzen liegen zumeist nur “inoffizielle” Übersetzungen vor, die zwar sprachlich, aber teilweise nur mäßig fachlich übersetzt wurden. Diese neuen Fassungen hat die Europäische Kommission im Januar offiziell abgesegnet, nachdem jede Version an die sprachlichen Feinheiten sowie an die rechtliche Situation in den entsprechenden Ländern angepasst wurde. Die Übertragung in die Landessprachen sei eine schwierige Angelegenheit gewesen: Während an den reinen Übersetzungen der Anfang 2007 fertig gestellten Lizenz gearbeitet wurde, musste sie in einigen Fällen an das nationale Recht angepasst werden.
Die Lizenz wurde zwar hauptsächlich für das europäische Projekt IDABC (Interoperable Delivery of European eGovernment Services to public Administrations, Businesses and Citizens) entwickelt, für dass sie bereits benutzt wird, soll aber selbstverständlich auch für alle anderen freien Software Projekte zur Verfügung stehen. Auch soll es mit der EUPL der öffentlichen Verwaltung in der EU leichter gemacht werden, freie Software einzusetzen und zu fördern.
Der 2005 vorgeschlagene Text beruht auf einer Auftragsstudie der Universität Namur (CRID/Belgien), die verschiedene Lizenzmodelle in Hinblick auf ihren Einsatz in der öffentlichen Verwaltung in Europa untersucht hat. Die Lizenz ist in ihrer Zielsetzung der GNU General Public Licence (GPL) vergleichbar, ist aber dem europäischen Recht angepasst. Es gab aus der Community zunächst etwas Gegenwind, sie bezweifelten angesichts einer wachsenden Vielfalt an Lizenzen ihre Notwendigkeit. Aber „damit erhält die Verwaltung Rechtsicherheit, wenn sie ihre Softwareprodukte für andere freigibt,“ erklärte Jean-Paul Triaille, einer der Co-Autoren der EUPL. Aus Sicht der IDABC stand bei der Schaffung der EUPL im Vordergrund, den Verwaltungen eine Lizenz an die Hand zu geben, über die sie verfügen kann. Auf die Entwicklung der GPL habe man jedoch keinen Einfluss. Die EUPL gibt den europäischen Open Source Communities einen gemeinsamen Rechtsraum.
Quellen:
http://europa.eu.int/idabc
http://ec.europa.eu/idabc/en/document/7340