Umfangreiche FLOSS-Studie in “Entwicklungsländern”

Die europäische Union finanziert mit gut 700.000 Euro eine Studie, die die Nutzung von Free/Libre/Open Source Software (FLOSS) in “Entwicklungsländern” untersuchen will. Am Ende soll es eine Art “Roadmap” geben, die überprüfte Lösungen für klar definierte Bedürfnisse aufzeigt. Das Projekt ist ein Zusammenschluss von elf verschiedenen Organisationen aus neun Ländern. Forschungsinstitute, Regierungs- und Nicht-Regierungsorganisationen sowie private Unternehmen aus Argentinien, Kambodscha, China, Ghana, Indien, Südafrika, Spanien und Großbritanien bilden die nächsten zwei Jahre das Projekt FLOSSinclude – dies unter dem Dach des 7. EU-Forschungsrahmenprogramms. Das Projekt wird angeleitet von UNU-MERIT, eine gemeinsame Forschungsstelle der United Nations Universität sowie der Maastricht University in den Niederlanden.

Das Projektteam hat bei seinen Zielen eine hohe Messlatte: Sie wollen zunächst eine gründliche Analyse der vorhandenen Daten machen und dabei Schlüsselprobleme und Regionen (speziell diese mit evtl. blockiertem Potential) identifizieren. So sieht das Projekt vor, Informationen besser zu verbreiten und für eine effektivere Vernetzung der bereits vorhandenen lokalen und regionalen Initiativen zu sorgen. Es sollen dann anhand der spezifischen Fälle die technischen, wirtschaftlichen und sozio-politischen Bedürfnisse gezeigt werden. So kann das Wachstum von Verwendung und Entwicklung herausgefunden werden. Dann soll eine Bedarfsanalyse gemacht werden: Anhand der konkreten Fälle soll gezeigt werden, welche speziellen technischen, wirtschaftlichen und sozio-politischen Bedürfnisse die untersuchten Regionen haben um für Wachstum in Verwendung und Entwicklung der freien Software zu sorgen. Daraufhin soll mittels Pilotversuche bestätigt werden, dass die Lösungen, Werkzeuge und Dienste der freien Software kosteneffizient und praktikabel sind. Am Ende soll dann mit Unterstüzung der regionalen Inititativen eine “Roadmap” erstellt werden, die konkreten Fällen mit klar identifiziertem Bedarf – anhand der Pilotversuche überprüfte – Lösungvorschläge bereithält.

Ausserdem soll das (durch das Projekt entstandene) Netzwerk nachhaltig genutzt werden um die internationale Zusammenarbeit zwischen der EU und den “Entwicklungsländern” zu fördern. Die Studie wird an vorangegangene Studien, wie z.B. die FLOSSWorld anknüpfen.

Quellen:
http://www.eurekalert.org/pub_releases/2008-02/unu-gcl021908.php
http://www.merit.unu.edu/research/projects_view.php?id=187

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